Aus dem Märchenbuch des Adalfuns Grimm

Ähnlichkeiten sind rein zufällig und konnten von Adalfuns gar nicht beabsichtigt gewesen sein

Als im Februar der Dachboden eines Fachwerkhauses in Kleestadt entrümpelt wurde, fand sich dort ein alter Schrank mit nur 3 Beinen. Statt dem vierten Bein war aber ein sehr altes, dickes Buch untergeschoben worden, um den Schrank am Wackeln zu hindern.

Dieses Buch war ein Märchenbuch aus dem Jahr 1612 von Adalfuns Grimm, einem Urgroßonkel 3. Grades von Jakob und Wilhelm Grimm, den berühmten Gebrüdern. Schon dieser Urgroßonkel hat Märchen gesammelt und aufgeschrieben, doch galt seine Sammlung lange als verschollen. Adalfuns bereiste vor allem das Reinheimer Hügelland, Main-Franken und den vorderen Odenwald. Aus dem Odenwald soll auch das nachfolgende Märchen stammen.

(W)er hat das Holz geklaut

Mitwirkende: Derklau & Söhne, Bürgermeister Blubbert, Förster Billy (ja, der mit dem Schießgewehr), C. Steuermann, Walddoktor C. Rummel und Advokat „der rote Fritz“

Holzklau Krimi in 3 Jahren

Derklaus Sohn arbeite viele Jahre im Wald als Holzknecht in der Fremde. Dort wurde von ihm auch schon mal der eine oder andere Baum schwarz geschlachtet um Feuerholz zu machen oder um ihn zu versilbern, bis die Herrschaft dahinter kam und der Junior weiter ziehen musste. Sein alter Herr aber war ein hoher Herr im hiesigen Rathaus. Da hatte der Sohn schnell wieder eine Arbeit, nun als Holzknecht bei der Stadt. Doch die Arbeit war gar hart und der Lohn gering. So versuchte er wieder schwarz zu schlachten und zu versilbern. Man erzählte sich er hätte viele Taler beim Glücksspiel verloren. Förster Billy kam schnell dahinter und holte seinen Oberförster mit in den Wald zu Holzknecht Derklau Junior. Beide Förster machten dem Knecht klar, dass das Holz der Stadt gehöre und zu bezahlen sei. Der Knecht stimmte leichten Herzens zu und sie machten einen Waldvertrag wie er schon seit alten Zeiten galt: Der Förster markiert die Bäume, der Knecht schlachtet sie, vermisst das Holz, der Förster schreibt die Rechnung und der Knecht zahlt das Holz bevor er es abfährt und versilbert. So einfach, dass es jedes Kind versteht.

Doch Derklaus Not muss groß gewesen sein. Schon im nächsten Jahr schlachtete er wieder schwarz Bäume und versilberte sie. Förster Billy rief erbost „Verrat, Verrat, das Holz gehört der Stadt.“ Wer hat so viel Holz geklaut? Er ruft den Oberförster und der schaut nicht schlecht. Das hat er noch nie erlebt, dass so viel Holz aus seinem Wald, schwarz geschlachtet und geklaut wurde. Er grübelte. 6 große Fuhrwerke müssen es wohl gewesen sein. Nur die dicksten hat der Knecht um geschnitten. Der ganze Wald gestört und geplündert. Angst mussten die Förster haben, dass auch der restliche Waldbestand beim nächsten Sturm noch fällt. Welch ein Schaden. Die Gendarmen wurden geholt um zu ermitteln wer der Übeltäter war.

Der Bürgermeister Blubbert, zeigte sich erschüttert und die Untat an. Er fordert sofortige Ermittlungen der Gendarmen gegen den bekannten „Unbekannten“. Da mogelte er ein bisschen, denn von Anfang an war klar, dass es der Holzknecht war. Alle wussten es: Die anderen Holzknechte, die Holzfuhrleute, die das Holz aus dem Wald gezogen hatten, …

Zu der Zeit gab es noch die Buschtrommel in den Wäldern und Nachricht verbreitete sich wie Laubfeuer. C. Steuermann wohnte nach am Walde und sagte, das geht zu weit, das Holz gehört der Stadt und informiert Altadvocat „den rote Fritz“. Beide saßen im Rat der Stadt, wie Derklau Senior auch, und forderten den Bürgermeister Blubbert auf, den Knecht zu entlassen.

Blubbert, der seinen Vertreter und dessen Sohn gut leiden mochte, wollte Gnade vor Recht ergehen lassen und ließ die Gendarmen immer noch gegen den „unbekannten“ Holzklauer ermitteln während dieser Prahlhans lauthals tönte: „Pah, mir kann ja nix passieren, da passt mein alter Herr schon auf!“ Der Bürgermeister Blubbert wiederholte dazu öfter abwiegelnd: man solle nicht so viel Rummel machen und das Gerichtsurteil gegen den Sohn seines Vertreters abwarten.

Als der Oberförster davon erfuhr wurde er böse und bestand darauf dass der Junior nicht mehr im Wald der Stadt arbeiten durfte. So geschah es und stand auch in der Zeitung drin. Die Gendarmen ermittelten fast zwei Jahr, wasserdicht und Derklau Junior wurde endlich angeklagt.

Ratsherr und Walddoktor C. Rummel verstand die Welt nicht mehr. Da beklaut der Knecht seinen Dienstherren und wird nicht entlassen? Also ging er zum Termin. Das hohe Gericht verurteilte den Holzknecht auf Bewährung und zu einer Geldstrafe. Er durfte also frei herumlaufen.

Doch erbost ob des Urteils legten die Derklaus, Vater und Sohn, Wiederspruch vor dem hohen Landgericht ein und verlangten das Urteil aufzuheben. Da gingen noch 2 Winter vorbei und im dritten Winter kam es endlich zu einem weiteren Termin. Der neue Richter las die Berge von Schriftstücken, hörte erneut alle Zeugen und fällte das Urteil: Der Knecht ist schuldig und wird bestraft!

Der Bürgermeister muss den Knecht nun doch entlassen.

Wenn die Derklaus nicht gestorben sind, so schlachten versilbern und klagen sie noch heute. Neuwahlen?

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