Atomkraft? Nein Danke, zu teuer!

3 Jahre nach Fukushima

Es gibt Orte auf der Welt, die kennt jeder und verbindet sie mit einer Katastrophe. Tschernobyl ist ein solcher Ort in der Ukraine und natürlich Fukushima in Japan. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gedenken am dritten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima den Opfern der Flutkatastrophe sowie den Betroffenen der Atomkatastrophe. Die Lage in Fukushima ist noch lange nicht unter Kontrolle, die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt noch immer nicht abzusehen. Zusätzlich zu den Verwüstungen durch Erdbeben und Tsunami wurden Arbeiter verstrahlt, Zehntausende Menschen evakuiert, eine ganze Region zumindest zeitweilig entvölkert.

Als der Reaktor in Tschernobyl explodierte, starb das Märchen von der sicheren Atomkraft. Das durch einen Tsunami ausgelöste nukleare Desaster am Pazifik vernichtete auch das letzte große Versprechen der Atomkraft, die Illusion von der bezahlbaren Energie. Trotzdem verkündet die Atomlobby trotzig die Renaissance der Atomkraft. Dabei ist seit 2002 die Zahl der Reaktoren weltweit von 444 auf 435 zurückgegangen. Als „im Betrieb befindlich“ werden auch die 48 japanischen Reaktoren geführt, die seit der Katastrophe von Fukushima keinen Strom mehr geliefert haben. Der Bau und Inbetriebnahme des finnischen Reaktors Olkiluoto verzögert sich um weiter 5 Jahre und wird frühestens 2017 ans Netz gehen. Die Baukosten sind von den geplanten 3 auf 8,5 Milliarden Euro gestiegen. Der Neubau von Reaktoren lohnt sich nur, wenn der Staat in großem Umfang subventioniert.

Deshalb kommen Deutschland und Hessen eine besondere Vorbildfunktion zu. Wir werden beweisen, dass die Energiewende nicht nur technisch und finanziell möglich ist, sondern darüber hinaus wirtschaftliche Vorteile birgt. In der Koalitionsvereinbarung mit der CDU haben wir für Hessen vereinbart, in dieser Legislaturperiode den Anteil an Erneuerbaren Energien in Hessen zu verdoppeln. Dies ist aber nur möglich, wenn Bundeswirtschaftsminister Gabriel seine Pläne zur Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) deutlich verbessert. Vergütungen für Windkraft im Binnenland darf nicht derart abgewürgt werden, dass sich Windräder auf unseren heimischen Mittelgebirgslandschaften nicht mehr rentieren. Auch muss es eine angemessene Übergangsfrist für die neuen Vergütungen im Erneuerbaren Energien Gesetz geben, damit der Vertrauensschutz für schon getätigte Investitionen von Wirtschaft, Kommunen und Energieversorgern gewährleistet ist. Wirtschaftsminister Al-Wazir hat sich auf Bundesebene diesbezüglich eingesetzt.

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn ein Dreiklang aus Einsparung, Effizienz und Ausbau der Erneuerbaren Energien geschaffen wird – und zwar in allen Bereichen: bei der Stromversorgung, bei der Wärmeversorgung und beim Verkehr. Dazu müssen alle ihren Anteil leisten. Dazu gehören auch Windräder auf Groß-Umstädter Gemarkung. Dabei entstehen natürlich auch Konflikte mit Natur- und Vogelschutz. Aber es gilt abzuwägen: auch unsere Wälder und die darin lebenden Tiere sind durch den Klimawandel bedroht. Der Klimawandel wird vor allem durch die Freisetzung von CO2 aus der Verbrennung von fossilem Kohle, Öl und Gas verursacht. Deshalb ist die Energiewende nicht zuletzt ein Beitrag auch für den Vogelschutz.

Ein Argument gegen die Windräder lässt sich nicht entkräften: das Nichtgefallen. Wir haben allerdings in der Geschichte der Industrialisierung viele Eingriffe in Natur und Landschaft wie Straßen, Hochspannungsleitungen, Flughäfen oder Atomkraftwerke hingenommen. Und wer sich irgendeine Broschüre ansieht, die irgendwie für Zukunft wirbt, wird darauf auch ein Windrad als Symbol finden.

Deshalb mahnen uns die Jahrestage der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima unseren Beitrag zur Energiewende, zum Ausbau der Erneuerbaren, zum Klimaschutz und zum weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie zu leisten.

Hinterlasse eine Antwort