Kinderbetreuung in Groß-Umstadt

Seit über einem Jahr diskutieren wir im Parlament, wie die Kinderbetreuung in Groß-Umstadt weiterentwickelt werden kann. Erfreulich ist, dass auch die „betroffenen“ Eltern darüber sprechen und ihre Vorstellungen immer selbstbewusster einbringen.

Das waren die ersten Sätze einer Pressemitteilung, die im Januar im Odenwälder Boten veröffentlicht worden ist. Eigentlich ist alles gut: die Politik hat ein Problem erkannt und arbeitet an Lösungen, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich mit eigenen Ideen, in Klein-Umstadt legen die Schulleiterin Frau Wilhelms und die Kindergartenleiterin Frau Grabowski ein gemeinsames Konzept vor, das von der evangelischen Kirchengemeinde unterstützt wird. Der Stadtverordnetenvorsteher Karl Dörr forderte in seiner Neujahrsansprache “Wir müssen reden“ und forderte Politik und Bürgerschaft zu einer Intensivierung des Dialogs auf.

Aber nichts ist gut in der Diskussion um die Kinderbetreuung in Groß-Umstadt. Die SPD verweigert sich nach dem Motto „Mehrheit ist Wahrheit“ jedem Dialog mit der kritischen Bürgerschaft. Sie hat sich relativ schnell für einen Neubau am Geiersberg entschieden, der mittlerweile auf 6 Gruppen angeschwollen ist. Im letzten Vorschlag kam auch noch ein Neubau einer 6-gruppigen Einrichtung auf der Wiese bei St. Wenzel dazu, in dem die U3-Kinder zentral betreut werden sollen. Der engagierte Vorschlag aus Klein-Umstadt mit Kindergarten in der Wendelinusschule und einem Familienzentrum mit U3-Betreuung im jetzigen Kindergarten findet dagegen keine Gnade: die Klein-Umstädter haben jetzt die Sanierung des Bürgerhauses bekommen, jetzt muss auch einmal Schluss sein.

Die CDU, die sich eher als rechter Flügel ihres Koalitionspartners SPD verhält, ist bei dieser Frage, wie bei allen anderen Zukunfts-Fragen, nicht mit einer eigenen Meinung präsent. Selbst zu den Forderungen des Richer Elternbeirats im Odenwälder Bote gibt es vom CDU Fraktionsvorsitzenden und Richer Ortsvorstehers nichts.

Von den GRÜNEN beantragt und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen mutiert eine Zukunftswerkstatt zur U3-Betreuung in Groß-Umstadt unter Bürgermeister Ruppert zu einer Infoveranstaltung: statt Dialog mit den Betroffenen soll gegessen werden, was auf den Tisch kommt. Ein zweiter GRÜNER Antrag für die Einrichtung eines Runden Tisches zur Kinderbetreuung in Groß-Umstadt wird gleich ganz abgelehnt. Die SPD signalisiert Zustimmung, wenn vorher alle Entscheidungen über die geplanten Neubaumaßnahmen ausgeklammert werden.

Wir haben den Antrag im Ausschuss vorläufig zurückgezogen, um auf Argumente der anderen Fraktionen eingehen zu können; wir stellen ihn jetzt, in überarbeiteter Form, erneut. Außerdem haben wir eine Reihe von Alternativvorschlägen zu dem Antrag des Bürgermeisters gemacht. Alle Anträge sind hier zu finden.

Wenn die Rathausmehrheit sich weiter einem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern verschließt, werden wir zu einem „GRÜNEN Tisch Kinderbetreuung“ einladen, um über Alternativen zu diskutieren, die es gegeben hätte, wenn man denn gewollt hätte. Vor dem ersten Spatentisch ist es nie zu spät und der defizitäre städtische Haushalt zwingt weiter zu kreativem Nachdenken. Der Sachverstand der Bürgerinnen und Bürger sollte dazu genutzt werden!

Christian Flöter

Hinterlasse eine Antwort