Gedenken an die Opfer von Fukushima – Energiewende voranbringen

Der Super-GAU im japanischen Fukushima ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Vorbei ist die Katastrophe deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil: Das Ende ist nicht absehbar.

Am 11. März 2011 erschüttert ein starkes Erdbeben die Ostküste Japans. Im AKW Fukushima-Daiichi laufen zu diesem Zeitpunkt drei der sechs Reaktoren. Alle drei geraten außer Kontrolle. Kühlsysteme und Stromversorgung fallen aus, die Brennstäbe im Kern der Reaktoren beginnen zu schmelzen. Mehrere Explosionen zerfetzen die Reaktorgebäude. Bis heute ist unklar, ob es sich um Wasserstoff- oder um nukleare Explosionen handelt. Das Containment, also die Betonumhüllung des Reaktorkerns, bekommt Risse. Auch in Reaktor Nummer vier kommt es zu einer Explosion. Die Becken mit hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen liegen unter freiem Himmel. Das Wasser darin verkocht, weil die Kühlung nicht mehr funktioniert, zum Teil lecken sie. Mit Feuerwehrschläuchen und Pumpen versuchen Rettungsmannschaften unter Inkaufnahme hoher Strahlendosen, Brennelemente und das Innere der Reaktoren zu kühlen. Wir gedenken der Opfer der Dreifachkatastrophe von Japan. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, den Hinterbliebenen und den vielen noch immer vermissten Menschen in Japan.

Die Organisation IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhinderung eines Atomkriegs) hat nach Auswertung aller Daten festgestellt, dass nicht der Tsunami für den atomaren GAU verantwortlich war, sondern die Reaktoren schon durch das Erdbeben so schwer beschädigt worden sind, dass sie Radioaktivität freisetzten. Angesichts der Katastrophe mag der Unterschied gering sein. Wenn aber das Erdbeben maßgebliche Ursache gewesen ist, muss das auch Konsequenzen für alle Atomreaktoren in Erdbebenzonen haben.

Deshalb erinnern wir GRÜNE an diesem Tag auch an die ausstehende Energiewende in Deutschland. Wir brauchen endlich konkrete Anstrengungen, damit zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie zur Verfügung gestellt werden. Die Kommunen brauchen schnellstmöglich gesetzliche Rahmenbedingungen, damit sie vor Ort den Ausbau der erneuerbaren Energien voran bringen können. Ohne die Kommunen ist die Energiewende nicht möglich. Wir brauchen endlich Taten statt Worte. Wir erwarten von der Regierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze sowie verstärkte Bemühungen um Energieeinsparungen und die Steigerung der Energieeffizienz. Die unverhältnismäßige Streichung der Vergütung von Solarenergie geht weit über eine Anpassung an die Kostenentwicklung hinaus. Auch in Hessen sind tausende Arbeitsplätzen davon bedroht. Die Menschen sind bereit die Energiewende mitzutragen und warten auf die richtigen Signale aus der Politik.

Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Möglichkeiten gibt es viele, nicht zu Letzt durch die Bürgerbeteiligung im Rahmen des Energieforums in Groß-Umstadt. Die nächste Veranstaltung ist am 12. März um 19.30 Uhr in der Stadthalle.

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