Bürgerhaus Klein-Umstadt - Eine unendliche Geschichte?

In den letzten Wochen und Monaten ist die politische Diskussion um das Klein-Umstädter Bürgerhaus wieder in Gang gekommen. Dies liegt nicht daran, dass irgendjemand meint, Klein-Umstadt bräuchte kein Bürgerhaus. Ganz im Gegenteil, und die GRÜNEN-Fraktion im Umstädter Parlament unterstützt mit Nachdruck Maßnahmen, die die Eigenständigkeit und Identifikation der Stadtteile bewahren und fördern. Eine eigene Versammlungsstätte, die den vielfältigen Anforderungen des Sport- und Kulturbetriebs Rechnung trägt, gehört für uns in erster Linie dazu.

Anlass für die aufkommende Diskussion ist der Antrag des Magistrates, Planungen als Einstieg in die Sanierung  des Bürgerhaus in Höhe von 100.000 € zu beauftragen und die Mittel hierfür bereitzustellen.

Das Ganze beruht auf einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2008, wonach das Bürgerhaus saniert werden soll, nach heutigem Verständnis angepasst an die prekäre Finanzlage der Stadt, scheibchenweise, also Abschnitt für Abschnitt über ca. 5 Jahre. So ist es geplant und wenn das Geld ausgeht auch noch länger. Die damalige grobe Kostenschätzung geht von einem Gesamtbedarf von 3 Millionen € aus.

Die Zustimmung zu diesem Antrag würde also den Einstieg in dieses Szenario bedeuten.

Nun kann man sich leicht ausmalen, dass aus den 3 Millionen Euro von 2008 schnell eine erheblich höhere Summe werden kann, bei öffentlichen Bauvorhaben scheint dies ja eine Gesetzmäßigkeit zu sein. Zudem hat sich Gross-Umstadt gerade aktuell für die Sanierung der eigenen Gebäude dem Ziel der CO2-Neutralität für Sanierung und Betrieb verpflichtet, was wir auch mit Nachdruck unterstützen. Das kostet erst mal Geld. Und jeder, der ein Haus renoviert hat weiß, dass sich im Fortgang der Arbeiten neue Problemstellungen ergeben, nicht vorhersehbar, aber „wenn man schon mal dabei ist, wird es gleich mitgemacht“.

Insofern ist leicht zu erkennen, dass die Annahme von 3 Millionen Gesamtkosten aus dem Jahre 2008  äußerst wackelig ist und die Tendenz eindeutig nach oben zeigt.

Nun hat die Gemeinde Mühltal in Frankenhausen gerade ein neues Gemeinschaftshaus inkl. Feuerwehr-Gerätehaus für sage und schreibe 1,8 Millionen Euro eingeweiht, siehe Artikel im Darmstädter Echo vom 16.8.2011. Der Anteil des Gerätehauses beträgt 812.000 Euro. Das bräuchte Klein-Umstadt nicht einmal, weils schon eins hat. Es bliebe also eine Million Euro für ein neues Gemeinschaftshaus.

Wir werden uns das neue Haus demnächst vor Ort anschauen und prüfen, ob das auch was für Klein-Umstadt sein könnte.
Jetzt stellen sie sich mal vor, in Klein-Umstadt wird ein neues Gemeinschaftshaus für ebenfalls 1 Million oder zumindest deutlich unter 2 Millionen gebaut, z.B. direkt neben das bestehende Bürgerhaus, auf einem der beiden Parkplätze.

Im Ergebnis wäre das ein in der Bauphase für den Normal-Betrieb uneingeschränkt nutzbares bestehendes Bürgerhaus, ohne Einschränkungen durch jahrelange Sanierungsarbeiten. Und nach Abschluss der Bauarbeiten der Umzug in einen modernen Neubau, der allen aktuellen Anforderungen der Klein-Umstädter Rechnung trägt. Wir fordern nämlich an dieser Stelle die Einbeziehung aller Klein-Umstädter in den Planungsprozess im Rahmen etablierter Verfahren, wie zum Beispiel der „Planungszelle“.

Das ist aus unserer Sicht die wirtschaftlichere Variante im Vergleich zur Sanierung, die außerdem noch alle aktuellen Bedürfnisse bezüglich Errichtung und Betrieb eines Gemeinschaftshauses erfüllen würde.

Deswegen und nur deswegen werden wir dem Magistrats-Antrag für die Bereitstellung der 100.000 € nicht zustimmen und fordern zuallererst eine detaillierte und vor allen Dingen belastbare Kostengegenüberstellung von „scheibchenweiser Sanierung“ und Neubau.
Dabei müssen neben den Sanierungs- oder den alternativen Neubaukosten  unbedingt auch die nachfolgenden Betriebskosten in die Darstellung mit einbezogen werden.

Christian Flöter
Fraktionsvorsitzender

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